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  • 2. Fachtag und Auszeichnung

2. FACHTAG UND AUSZEICHNUNG IN KIEL

Betriebliches Eingliederungsmanagement in Schleswig-Holstein 2018

Am 30. Mai 2018 fand der 2. Fachtag und Auszeichung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) in Schleswig-Holstein statt. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Schwerbehindertenvertretungen sowie Expertinnen und Experten tauschten sich in Kiel über gute und nachahmenswerte Ansätze sowie Herausforderungen beim BEM aus.

Scheitern oder Chance - Du entscheidest

Motivationsexperte und Behindertensportler Felix Brunner sprach über den Umgang mit Rückschlägen. Nach einem schweren Unfall beim Eisklettern im Allgäu kämpfte er sich ins Leben zurück.

Auf dem Fachtag beeindruckte Felix Brunner mit dem Ansatz, jede Herauforderung als Chance zu betrachten:

"Scheitern ist nicht so toll. Da hat keiner Lust zu. Aber es gehört zum Leben dazu und trifft jeden. Wichtig ist, dass wir dann unsere Chancen sehen, denn für die lohnt es sich zu kämpfen."

Während seiner Zeit im Krankenhaus hat er sich immer wieder neue Ziele gesteckt, die ihn angespornt haben, weiterzumachen und nicht aufzugeben. "Die Ziele habe ich erst viel später erreicht, aber sie waren sehr wichtig für mich," so Felix Brunner.

"Entscheidend ist, dass wir uns Ziele setzen, in Bewegung bleiben und neugierig auf Veränderung sind."

Auch in den Bergsport ist der junge Mann wieder zurückgekehrt. 2013 überquerte er als erster Rollstuhlfahrer die Alpen mit einem Handbike.

Best Practice im BEM

Julia Braun, Bodo Haßler und Sandra Tonn vom Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein befassen sich täglich mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement innerhalb ihrer Organisation. In ihrem Vortrag beschreiben sie, dass Veränderungen Zeit brauchen:

"Was ich in den letzten Jahren gelernt habe ist, dass vieles schnell geht und manches einfach Zeit braucht und das ist okay. Geduld zahlt sich aus," so Sandra Tonn, BEM-Beauftragte im Landesverein.

Julia Braun fügt hinzu: "BEM ist kein Wunschkonzert - nicht für Führungskräfte und nicht für BEM-Berechtigte. Ziel im BEM sollte daher immer sein, den größtmöglichen gemeinsamen Nenner zu finden."

Die Präsentation des Landesvereins finden Sie hier.

Expertinnen und Experten im Gespräch

In einem weiteren Programmpunkt kamen Expertinnen und Experten des BEM zu Wort. Fritjof Dieckow, Personalleiter bei Porex Technologies GmbH berichtete von den Herausforderungen, die ihm bei der Einführung eines BEM vor rund einem Jahr begegnet sind. "Es ist wirklich viel interne Kommunikation bei der Einführung erforderlich. Bis alle Mitarbeitenden von dem Konzept erfahren haben und es anerkennen, dauert es viele Monate," so der Personalleiter. 

Jennifer Huth führt in Lauenburg erfolgreich eine Praxis für Ergo- und Physiotherapie. Als einer ihrer Mitarbeiter nach langer Krankheit an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte, hat sie ein umfangreiches BEM umgesetzt. "Als wir uns entschieden haben, die Aufgaben im Team neu zu verteilen und die Räumlichkeiten komplett umzugestalten, da wussten wir noch gar nicht, dass das BEM ist," so die Geschäftsführerin. Heute kennt das ganze Team BEM und ist achtsamer im Umgang mit der eigenen Gesundheit geworden.

Auch Lisa Karstens von der Dienstleistungsgesellschaft Nord GmbH aus Flensburg berichtet, dass BEM in vielen Unternehmen noch nicht bekannt ist. "Viele kennen das Hamburger Modell, aber BEM umfasst noch viel mehr. Einen genauen Blick auf den Arbeitsplatz des BEM-Betroffenen, beispielsweise." Lisa Karstens berät Unternehmen zum BEM und beschreibt BEM als einen offenen Suchprozess: "Es gibt beim BEM nicht den einen richtigen Weg, aber das ist auch gut so, denn dann können wir flexibel agieren."

Verleihung der BEM-Prämie 2018 des Landes Schleswig-Holstein

Als Höhepunkt der Veranstaltung verlieh der Sozialminister Dr. Heiner Garg die mit jeweils 10.000 Euro dotierte BEM-Prämie 2018 an sechs Unternehmen der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.

Ausgezeichnet wurden folgende Betriebe:

Kategorie der großen Unternehmen

 

Kategorie der Klein- und Kleinstunternehmen

 

Kategorie 'besonderes Engagement beim BEM'

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